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Die Décision 35 haben die Genferseeregatten in den letzten zwei Jahrzehnten geprägt wie keine andere Bootsklasse. Von 2004 bis 2016 herrschten die imposanten Katamarane nahezu unangefochten über die Westschweizer Segelszene. Sie wurden von Weltstars gesegelt und dienten einer ganzen Generation als Sprungbrett für eine Profikarriere.

Text: VINCENT GILLIOZ

Die erste Bestellung wurde im Sommer 2003 auf einem Tischset unterzeichnet. Mehrere Eigner von F40-Katamaranen ohne segeltüchtige Boote waren zusammengekommen, um über die Zukunft des Regattageschehens auf dem Genfersee zu beraten. Viele sassen buchstäblich auf dem Trockenen, nachdem ein Sturm an der Bol d’Or die Mehrrumpfflotte dezimiert hatte. Zwei Szenarien standen zur Auswahl. Entweder zog jeder sein eigenes Ding durch und investierte Unsummen in Entwicklung und Bau eines Katamarans, mit dem er die Vorherrschaft von Alinghi 41, dem einzigen überlebenden F40, zu brechen versuchte. Oder sie einigten sich auf ein Gemeinschaftsprojekt, mit dem sie die Kosten im Rahmen halten konnten. Die Vernunft siegte, das erste Szenario wurde verworfen und das zweite mit einem Kaufvertrag für die neuen Multis besiegelt. Verbandspräsident Nicolas Grange hütet das Papier mit den Unterschriften der acht Käufer noch immer wie einen Schatz.

Weniger als zehn Monate nach der Bestellung wurden vor Vevey acht identische Boote mit dem Helikopter eingewassert. Die in Corsier-sur-Vevey angesiedelte Werft Décision SA schaffte mit den D35 den internationalen Durchbruch und auch der Name des Designbüros SebSchmidt mit Sébastien Schmidt, Damien Cardenoso, Bertrand Cardis, Christian Favre, Jean-Marie Fragnière, Gérard Gautier, Rémi Laval-Jeantet und Steve Wasem wurde weltweit zum Begriff.

Die Pioniere

An der ersten Meisterschaft, der Challenge Ferrier-Lullin, nahmen Alinghi, Be- dat&Co, Ferrier Lullin, Zen Too, Zebra 5, Cadence, Zebra 7 und Gonet & Cie teil. Sie traten zwischen Juni und September fünfmal gegeneinander an. Zum allerersten Kräftemessen der Formel-1-Boote kam es an der 40. Ausgabe der «Classique» des Yacht-Club de Genève. Loïck Peyron, den Fred Amar als Skipper des Zebra 7 angeheuert hatte, reiste am Vortag an, um sich mit dem Kat vertraut zu machen. Und er liess nichts anbrennen. Der prominente Spitzensegler nahm Ferrier Lullin mit Philipp Cardis und Alinghi mit Ernesto Bertarelli am Steuer über eine Minute ab. Eine Woche danach feierte Etienne David auf Zebra 5, dem zweiten Boot von Team Red, an der Bol d’Or seinen ersten Sieg. Dahinter folgten wie gehabt Ferrier Lullin und Alinghi. Der brillante Auftritt des französischen Geschäftsmanns Fred Amar, der eigentlich nicht zum engen Zirkel gehörte, schreckte die Genfersee Veteranen auf. Sie hatten nicht damit gerechnet, dass ihnen ein Outsider vormachen würde, wie man mit Binnenseeracern umzugehen hat.

Loris von Siebenthal

Wie alle Bootsklassen kannten auch die Décision 35 einige Kinderkrankheiten. An der Bol d’Or verloren gleich mehrere den Mast. Die Werft reagierte jedoch prompt und nahm die nötigen Verbesserungen vor, sodass alle Regatten durchgeführt werden konnten. Den Saisonabschluss feierten die grossen Multihulls vor dem Beau Rivage Palace, wo Etienne David und sein junges Team vom Centre d’Entraînement à la Régate zum Gesamtsieger gekrönt wurden. Die Amateursegler waren nach vier hervorragenden Jahren auf Farr 30 an der Tour de France à la Voile mit grossem Selbstvertrauen an die neue Aufgabe herangegangen und hatten gezeigt, dass gewissenhaftes Training die einzige Garantie für sportlichen Erfolg ist. Profiteams waren beunruhigt über diesen Erfolg, die Amateurcrews hingegen stimmte er zuversichtlich. Sie begriffen, dass auch sie durchaus etwas ausrichten konnten.

Der Regattakalender der zweiten Saison war mit neun Anlässen deutlich voller. Loïck Peyron wechselte zu Okalys und Russell Coutts verstärkte die «Ärzte» auf Gonet & Cie. Nicht alle freuten sich über seine Teilnahme, denn der vierfache America’s-Cup-Sieger lieferte sich mit Ernesto Bertarelli eine juristische Schlammschlacht. Fred Amar hatte sich zurückgezogen, aus SUI 5 wurde Axiom und SUI 7 nahm nur an zwei Anlässen teil, sodass die Meisterschaft zur Hauptsache auf sieben Booten ausgetragen wurde. Nach den neun Regatten stand Okalys vor Alinghi und Cadence von Jean-François Demole als Sieger fest.

2006 wurde Ferrier Lullin von Julius Bär übernommen und die Meisterschaft umbenannt. Foncia kaufte SUI 5 und Alain Gautier, der im Jahr zuvor einige diskrete Versuche auf einem D35 unternommen hatte, meldete sich mit einem eigenen Team an. Loïck Peyron wechselte sich er- neut mit Nicolas Grange am Steuer von Okalys ab und Russell Coutts holte mit Gonet & Cie die Bol d’Or Mirabaud. Alinghi entmastete am Genferseeklassiker und verpasste damit erneut die Chance, den Pokal definitiv zu gewinnen. Die D35 hatten das Erwachsenenalter erreicht: «Die Regatteure sind besser trainiert und professioneller als bisher», urteilte Nicolas Grange in einem Interview. Nach der letzten Regatta vor Versoix stand Okalys mit vier Punkten Vorsprung auf Alinghi als Saisonsieger fest. Foncia vervollständigte das Podest.

Loris von Siebenthal

Neue Boote, neue Teams

Die drei ersten Saisons waren ein voller Erfolg, die Klasse fand grossen Anklang. Bei Bertrand Cardis wurden zwei weitere Einheiten in Auftrag gegeben. Hinter der ersten Bestellung steckte Dona Bertarelli, die sich mit einer reinen Frauencrew auf der pinken SUI 10 Ladycat ins Abenteuer stürzte. Die zweite stammte vom Schweizer Unternehmer Christian Michel, der mit dem SUI 9 Smart Home zur Flotte stiess.

Dona Bertarelli ernannte Karine Fauconnier zur Skipperin und beauftragte sie, die besten Seglerinnen zu rekrutieren. Christian Michel, der selbst kein ausgewiesener Segler ist, erfüllte sich mit seinem Team einen Kindheitstraum; Jean-Pierre Ziegert und Christophe Péclard halfen ihm, das Projekt aufzugleisen. Alinghi holte mit Taktiker Tanguy Cariou eine weitere Koryphäe an Bord.

Die Bol d’Or Mirabaud, die eine Woche vor den ersten America’s-Cup-Regatten in Valencia stattfand, ging an OkalysAlinghi mit Christian Wahl am Steuer musste sich zwar mit dem zweiten Platz begnügen, gewann dafür aber zum ersten Mal die Meisterschaft. Ladycat wurde 7., Smart Home 9.

Die Klasse der D35 war zu einer gut geölten Maschinerie geworden. 2008 warf Banque Gonet & Cie das Handtuch. Fred Moura übernahm das Steuer des SUI 8, der neu romandie.com hiess. Noch immer lockte die Klasse Topsegler aus der ganzen Welt an. An der Bol d’Or Mirabaud ging Franck Cammas auf Zebra 7 als Sieger hervor, doch erstmals wurde die Phalanx der D35 gebrochen. Michel Vaucher hatte sich mit seinem M2 Team Parmigiani zwischen die Genferseeschwäne auf den 2. Platz geschoben. Der Meisterschaftssieger hiess ein weiteres Mal AlinghiFoncia belegte den 2., Okalys den 3. Platz. Gegen diese Spitzengruppe schien mittlerweile kein Kraut mehr gewachsen, ihre Dominanz schreckte aber Neuzugänger nicht ab. Marco Simeoni bestellte für Stève Revussin den Veltigroup und auch Pascal Bidégorry schaffte sich einen D35 an, um sich mit seinem Team Banque Populaire an der Regattatour auf die Hochseerekordjagd vorzubereiten.

Anfang 2009 war die Flotte der D35 auf zwölf Boote angewachsen – ein Rekord für eine Klasse dieser Grössenordnung. Alinghi verteidigte den Titel, wie immer mit Okalys-Corum und Foncia auf den Fersen.

2010 gewann der junge Arnaud Psa-rofaghis auf Ylliam die Genève-Rolle-Genève. Es war seine erste Regatta auf einem D35. Ladycat vollzog einen Strategiewechsel und engagierte mit Christian Wahl und Arnaud Gavairon zwei Männer. Der Transfer zahlte sich aus: Dona Bertarelli und ihr Team segelten an der Bol d’Or Mirabaud allen davon.

Im darauffolgenden Jahr wurde der SUI 9 von Erik Maris übernommen und mischte eine Saison lang als Zoulou mit. Die französischen Teams zeigten den Schweizern den Meister: Banque Populaire und Foncia belegten die beiden obersten Treppchen, Alinghi vervollständige das Podest. «Wir sind mit viel Respekt in die Regattatour eingestiegen», sagte Pascal Bidégorry nach dem Sieg. «Dieses Jahr waren wir mit mehr Selbstvertrauen … und mit Yvan Ravussin dabei. Seine genaue Revier- kenntnis hat uns sehr geholfen.»

2011 wurde die Meisterschaft in Vulcain Trophy umbenannt. Da sich SUI 9 zurückgezogen hatte, segelte die Flotte zu elft. Michel Desjoyeaux übernahm das Steuer von Foncia und Paul Cayard von Artemis Racing, dem von Torbjörn Törnqvist gekauften SUI 12. Der Schwede wollte sich so auf den neuerdings auf Mehrrümpfern gesegelten America’s Cup vorbereiten. Das CER verzichtete auf die Teilnahme an der Tour de France à la Voile und nahm stattdessen mit dem SUI 7 an der D35-Meisterschaft teil, die erstmals mit zwei Regatten auf dem Mittelmeer abgeschlossen wurde. Veltigroup gewann die Bol d’Or Mirabaud, Foncia die Klassenmeisterschaft.

Zenith überschritten

Aus dem von Jérôme Clerc aufgebauten Team des CER wurde nach einem 5. Platz im Jahr 2011 Realstone. Die unerschrockenen «Punks» holten sich Verstärkung in der Person von Arnaud Psarofaghis und lehrten die gestandenen Teams das Fürchten. Mit sechs von acht möglichen Siegen, darunter an der Bol d’Or Mirabaud, gelang ihnen eine phänomenale Saison mit einer noch nie zuvor gesehenen Dominanz.

2013 erschütterte ein Erdbeben die Klasse. Nach neun aufeinanderfolgenden Bol d’Or-Siegen mussten sich die Décision 35 dem M1 Zenith Fresh geschlagen geben. Für die Medien war diese Niederlage ein klares Zeichen für akuten Handlungsbedarf. Die Klasse müsse dringend weiterentwickelt werden, hiess es. Doch Nicolas Grange sah das Ganze weniger dramatisch: «Die D35 haben noch ein bis fünf gute Jahre vor sich. Wir müssen nichts überstürzen. Wenn wir hin und wieder verlieren, ist das nicht weiter schlimm.» Christian Wahl, der bisher als Söldner auf verschiedenen Booten mitgewirkt hatte, stiess mit einem eigenen Team auf dem SUI 9 hinzu. Der französische Unternehmer Eric Delay bildete zusammen mit Mathieu Richard das Team Oryx, während sich Pierre-Yves Firmenich mit Ylliam engagierte. Und Alex Schneiter präsentierte sein neues Team Tilt. Insgesamt bestand die Flotte dieses Jahr aus elf Kats, gegen Gesamtsieger Alinghi konnte aber keiner etwas ausrichten.

2014 wollte es Jan Eckert wissen. Der ehemalige Olympionike, der auf Flying Dutchman an den Spielen 1992 in Barcelona teilgenommen hatte, beteiligte sich mit SUI 8 Racing DjangoAlinghi blieb unangefochtener Meister, Ladycat powered by Spindrift racing gewann die Bol d’Or Mirabaud und stieg in seiner neuen Zusammensetzung erneut aufs Podest.

2015 gelang dem Nachwuchsteam Tilt, das auch international am Youth America’s Cup Erfolge feierte, ein Doppelschlag. Es triumphierte sowohl an der Bol d’Or Mirabaud als auch an der D35 Trophy, die erstmals ohne Titelsponsor auskam.

2016 nahmen noch zehn Boote teil, danach schrumpfte die Klasse aber spürbar. Ladycat powered by Spindrift racing mit Steuermann Xavier Revil hatte die Saison fest im Griff. Im Jahr darauf waren trotz des Neuzugangs Phaedo square von Lloyd Thornburg nur noch acht Boote am Start. Ylliam-Comptoir Immobilier mit Bertrand Demole segelte nach einem sechsten Platz im Jahr 2016 erstmals aufs Podest. Es sollte der Anfang einer Erfolgssträhne sein. Das überwiegend französische Team um Manager Pierre Pennec belegte dank einer konstanten Steigerung drei Jahre in Folge den zweiten Platz hinter dem unbesiegbaren Alinghi. Den Grand Slam schaffte der Leader dennoch nicht. Es gelang ihm nicht, alle Regatten der Saison zu gewinnen.

In den drei letzten Saisons spielte sich ein ähnliches Szenario ab. Alinghi beendete die Meisterschaft jeweils auf dem ersten, Ylliam – Comptoir Immobilier auf dem zweiten Platz. Den dritten Rang musste Zen Too nach 2017 und 2018 an Realteam Sailing abtreten, das sich mit dieser hervorragenden Leistung verabschiedete. An der Bol d’Or Mirabaud hiess der Sieger 2018 Mobimo. 2019 entwischte den D35 ein weiteres Mal der Sieg. Ladycat powered by Spindrift racing, der nach einem Umbau zu den M1 gerechnet wurde, ging an der denkwürdigen Sturmregatta als erster ins Ziel und liess damit das schwarz-goldene Boot von Bertrand Demole hinter sich. Dieser holte sich in der letzten Saison als Krönung den Meistertitel.

Der Epilog der D35-Saga erfolgte im September 2019 dort, wo alles begonnen hatte: vor der SNG. Vor dem allerletzten Lauf des abschliessenden Grand Prix dankte Nicolas Grange den Teilnehmern in einer sehr emotionalen Ansprache per Funk für ihr Engagement in den vergangenen 16 Jahren.

Die Geschichte ging ähnlich zu Ende wie ein Märchen: Mit einem Happy End an einem sonnigen Herbsttag, an dem man auf eine schöne Fortsetzung hoffte.

Nicolas Grange amtete während der gesamten 16-jährigen Herrschaft der D35 als Klassenpräsident.

Zahlen und Ergebnisse

Weltklasseseglerinnen und -segler bei den D35

Fotos: Brice Lechevalier