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Die Schweiz trägt nicht nur internationale Anlässe aus, sie verfügt auch über prominente Botschafter auf der ganzen Welt und erfolgreiche Unternehmer im Segelsport.

Text: BERNARD SCHOPFER

Pierre Fehlmann ebnete in den 1980er-Jahren den Weg, Ernesto Bertarelli etablierte die Schweiz nach der Jahrtausendwende endgültig an der Weltspitze. Die beiden Schlüsselfiguren haben unser Binnenland zu einer weltweit respektierten Segelnation mit fünf Teilnahmen und einem Sieg an der Whitbread sowie zwei America’s-Cup-Siegen gemacht. Nur wenige Länder können auf eine so erfolgreiche Geschichte zurückblicken.

Über diese prestigeträchtigen Er-folge vergisst man jedoch oft, wie viel mehr die Schweizer Segler auf dem internationalen Parkett sonst noch geleistet haben. Seit der Gründung des Magazins Skippers vor zwanzig Jahren haben sie mit Topleistungen immer wieder Weltklasse bewiesen. Damit aber nicht genug. Seit gut zehn Jahren zieht die Schweiz auch hinter den Kulissen die Fäden und sorgt mit internationalen Projekten auf höchstem Niveau für Schlagzeilen. Wir können hier unmöglich alle aufzählen, haben aber die wichtigsten zusammengestellt.

Welche Schweizer haben sich international ausgezeichnet? Welche Projekte haben den Segelsport über unsere Grenzen hinaus geprägt oder tun das immer noch? Sie werden sehen: Die Schweizer sind überall, in der Führungsriege der namhaftesten Regattatouren und im Vorstand einiger der schönsten Regatten der Welt.

Julien di Biase trieb seine Karriere taktvoll, zurückhaltend aber höchst effizient voran. Nicht jeder wird Russell Coutts und Larry Ellisons rechte Hand!

Vom CER zur operativen Leitung des SailGP

Julien di Biase steht stellvertretend für das internationale Ansehen der Schweiz. Er ist eines jener Kinder, das die Alinghi-Euphorie miterlebt hat, aber zu jung war, um daran teilzunehmen. Später leitete er als Verwalter das Genfer Centre d’Entraînement à la Régate (CER), betreute die Surprise-Segler und war Class Manager der RC44 Championship Tour von Russell Coutts. Er machte einen hervorragenden Job, gewann das Vertrauen des Meisters und startete durch. Der Genfer bekleidete im Team Oracle immer wichtigere Ämter. Am America’s Cup 2013 in San Francisco war er für die Logistik zuständig, am America’s Cup 2017 auf den Bermudas hatte er den Posten des Event Directors inne und heute arbeitet er als Chief Operating Officer des SailGP, der derzeit am besten strukturierten und finanzierten Profi-Regattatour. Julien di Biase trieb seine Karriere umsichtig und bescheiden, aber mit beeindruckender Effizienz voran.

Während Dominique Wavre, Bernard Stamm und die Ravussin-Brüder auf den Weltmeeren mit den Elementen kämpften, stiegen mehrere Schweizer Regatteure erfolgreich ins internationale Sportmanagement ein.

Nach drei Teilnahmen an der MiniTransat und einer Weltumsegelung mit seiner Familie heuerte Hervé Favre beim Regattaveranstalter OC Sports an, wo er zum Verantwortlichen der Extreme Sailing Series ernannt wurde. Dank seiner hervorragenden Arbeit kletterte er schnell die Karriereleiter hoch. Im Mai 2018 wurde er CEO des Unternehmens und übernahm damit die Verantwortung für die Route du Rhum, die Transat AG2R und The Transat. OC Sports will künftig auch bei den Figaro, den IMOCA, den Ultim’ und den Multi 50 mitmischen und dort Regatten gewinnen. Langeweile kommt bei Hervé Favre angesichts dieser hochgesteckten Ziele bestimmt keine auf.

Von der Withbread zu den Foilerkats

Christian Scherrer, ehemaliges Alinghi-Teammitglied und mit Pierre Fehlmann Weltumsegler auf der Merit Cup, hat sich ebenfalls auf die Organisation von Regatten auf höchstem Niveau spezialisiert. Angefangen hat er mit dem St. Moritz Match Race, einer Station der World Match Race Tour, die leider 2013 eingestellt wurde. Für Matchracer war der Anlass in 2000 Meter Höhe stets ein besonderes Erlebnis. Sie logierten alle im berühmten Badrutts Palace und profitierten von einer makellosen Organisation.

Anschliessend wurde «Blumi» Scherrer Class Manager der GC32 Racing Tour. Diesen Job übt er noch heute aus. Auf seiner Website präsentiert sich der charismatische Schweizer als Segler, Coach, Manager und Speaker. Er nutzt die jahrelange Praxis und Erfahrung, um Anlässe auf die Beine zu stellen, die die Anforderungen und Erwartungen der Beteiligten in allen Belangen punktgenau erfüllen.

Hervé Favre
Bertrand Favre 

Ein weiteres Schweizer Aushängeschild in der internationalen Regattaszene ist Bertrand Favre, der Class Manager der RC44. Als sein Freund Julien di Biase von Russell Coutts zu Oracle geholt wurde – ein Angebot, das man nicht ausschlägt –, fragte er Bertrand Favre, ob er seine Nachfolge antreten wolle. Er wollte. Seit 2009 organisiert er zusammen mit Hubert Detrey alle Regatten der RC44-Klasse und managt die RC44 Championship Tour. Favre war zudem einer der ersten Serie Master der Décision 35 und leitete die Entwicklung der neuen Genfersee-Foilerka-tamarane, den TF35.

All diese Schweizer sind zu Schlüsselfiguren im internationalen Regattazirkus geworden und tragen indirekt dazu bei, den Schweizer Segelsport auf der ganzen Welt zu fördern. Heute steht der «Swiss Touch» in der Segelszene welt-weit für Qualität.

Am Yacht Racing Forum trifft sich jedes Jahr das Who’s who des internationalen Segelbusiness und des Regattasports. Es wird von Bernard Schopfer und seiner Agentur MaxComm aus Genf organisiert.

Das Davos des Segelsports

Das Yacht Racing Forum, an dem sich jedes Jahr das Who’s who des Segelbusiness und des Regattasports trifft, ist ebenfalls in Schweizer Händen. Seit 2015 leitet die Genfer Agentur MaxComm den Anlass und organisiert die Konferenzen. Das Forum hat schon in Malta, Aarhus, Lorient und Bilbao Halt gemacht und ist zu einem wichtigen Termin im Kalender zahlreicher Segler, Bootsbauer und Regattaveranstalter geworden. Am «Davos des Segelsports» können sich die Akteure abseits des Regattageschehens austauschen, über die Zukunft des Segelsports diskutieren, Networking betreiben und Geschäfte abschliessen.

An der nächsten Ausgabe Ende November in Portsmouth werden sich einmal mehr die einflussreichsten Persönlichkeiten der internationalen Regattaszene die Klinke in die Hand geben.

Im Rahmen des Yacht Racing Forums finden auch zwei prestigeträchtige Wettbewerbe statt. Mirabaud Yacht Racing Image zeichnet die schönsten Fotos und Mirabaud Sailing Video Awards die besten Filme aus dem Segelsport aus. Sie haben es bestimmt erraten: Gesponsert werden die Preise von einer in Genf ansässigen Schweizer Bank.

zVg

In den letzten zwanzig Jahren hat die Mirabaud-Gruppe durch die Unterstützung der SUI Sailing Awards, des Hochseeseglers Dominique Wavre und des experimentellen Prototyps Mirabaud LX von Thomas Jundt massgeblich zur Weiterentwicklung des Regattasports in der Schweiz beigetragen und geholfen, das Image unserer Segelnation in die Welt hinauszutragen.

Weitere Banken profitierten vom internationalen Ansehen des Schweizer Segelsports. Die Banque Gonet sponsert den vielgelobten Monofoil Gonet von Eric Monnin, über den die Fachzeitschriften auf der ganzen Welt berichten, und die Bank Lombard Odier unterstützt den experimentellen Katamaran Hydros.ch. Er gewann am 3. Mai 2014 in 4 Stunden und 30 Minuten das Blaue Band und ist seither als schnellstes Boot des Genfersees ungeschlagen. Lombard Odier hat zudem die Weltmeisterschaft 2015 der C-Class-Katamarane in Genf sowie den Bau zweier kostspieliger Prototypen finanziert, die zwar kein Rennen gewonnen, aber einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben.

Auch die Genfer Firma TeamWork engagiert sich seit über zehn Jahren im Segelsport. Sie ist unter anderem an der Mini-Transat und in der Figaro-Klasse präsent.

Der Groupe Mirabaud verdanken wir den internationalen Wettbewerb für Regattafotos, den Mirabaud Yacht
Racing Image Award. Seit 2017 werden im Rahmen des Mirabaud Sailing Video Awards auch die schönsten Segelvideos des Jahres ausgezeichnet.

«Eine Lücke füllen»

Mit der Star Sailors League (SSL) sorgt ein weiteres Schweizer Projekt mit Hauptquartier in Grandson am Neuenburgersee weltweit für Furore. Dabei handelt es sich zweifellos um das derzeit spannendste und innovativste Vorhaben. Auf Initiative des Geschäftsmanns Michel Niklaus erstellt die SSL eine klassenunabhängige Weltrangliste. Das heisst: Der Hobbysegler vom kleinen Lac de Joux ist im gleichen Ranking aufgeführt wie der mehrfache Olympiamedaillengewinner Ben Ainslie. Die Aufgabe ist gigantisch und wird von Niklaus’ Team im Hintergrund durchgeführt, obwohl sie viel mehr mediale Aufmerksamkeit verdient hätte.

Parallel dazu veranstaltet der Waadtländer mit seinem Team die hochkarätige Star Sailors League. Sie wird auf Starbooten gesegelt und soll den weltbesten Regatteuren aus allen Disziplinen – von Jollenklassen bis zur Offshoreszene – ermöglichen, sich unter gleichen Voraussetzungen zu messen. Eine Art klassenübergreifende Segel-WM sozusagen.

Niklaus steckt viel Energie und Geld in das Projekt. Beim internationalen Segelverband Word Sailing sorgt er damit für Zähneknirschen. Ihm gehe es nicht darum, sich in den Vordergrund zu drängen, beschwichtigt Niklaus. «Ich fülle eine Lücke, denn jemand muss das ja tun. Der Segelsport braucht solche Initiativen.» Niklaus ist sicher: Die Struktur und die sportliche Führung des Segelsports decken sich nicht mit den Wünschen der Athleten. Mit der festen Überzeugung, dass eine jährliche Weltrangliste nach dem Modell der ATP im Tennis allen zugutekommt, zögerte er nicht lange, sondern machte Nägel mit Köpfen. Er entwickelte die Idee weiter und setzte sie in Form einer internationalen Meisterschaft der weltbesten Regatteure um.

In den Meterklassen (5,5mR, 6mR, 8mR usw.) haben Schweizer schon unzählige Europa- und Weltmeistertitel ergattert. Das meiste Gold holte Phil Durr.

Als nächstes lancierte er den Star Sailors League Nations Gold Cup. Den Begriff «Weltmeisterschaft der Nationen» darf Niklaus offiziell nicht verwenden, doch genau das organisiert er im September und Oktober 2021 auf dem Neuenburgerund dem Genfersee auf den One-Design-Booten RC44. Die Teilnehmer werden in einem harten Auswahlprozess bestimmt. Vor Niklaus hatten Marco Simeoni und Stève Ravussin ebenfalls eine Lücke gefüllt: Die nämlich, die das Ende der ORMA-Trimarane gerissen hatte. 18 waren an der Route du Rhum 2002 an den Start gegangen, nur drei hatten es ins Ziel geschafft. Unvergessen ist auch Stève Ravussin, der auf dem umgedrehten Rumpf auf die Retter wartete und so frustriert über den knapp verpassten Sieg war, dass er sich selbst als «Couillon» (Idiot) betitelte.

Mit Ravussin als Berater gründete und finanzierte der Unternehmer und Chef des IT-Dienstleistungsanbieters Veltigroup Marco Simeoni die Multi One Design Tour (MOD). Das Projekt lief vielversprechend an. Zwischen März 2011 und April 2012 wurden sieben Trimarane eingewassert. Dann geriet es allerdings ins Stocken, bis die Flotte schliesslich auseinanderfiel. Seither hat Marco Simeoni die Stiftung Race for Water ins Leben gerufen. Sie bekämpft mit ihrem solarbetriebenen Trimaran die Verschmutzung der Weltmeere.

Meer und Berge

In der Schweiz befindet sich auch der wohl untypischste Segelclub der Welt. Der Gstaad Yacht Club (GYC) ist im Hotel Grand Bellevue untergebracht und geniesst internationale Bekanntheit. Er wurde 1998 von einer Gruppe von Segel-Enthusiasten gegründet und hat rund 400 Mitglieder aus 30 verschiedenen Ländern, darunter eine erhebliche Anzahl gekrönter Häupter.

Seine ganzjährigen, abwechslungsreichen Aktivitäten sind ebenso besonders wie der Club selbst. Neben einem Golf-und Segelwettkampf organisiert der GYC beispielsweise den prestigeträchtigen Ski-Yachting-Event mit nächtlichen Skirennen, Fondueplausch und einer Regatta mit Modellbooten, die angetrieben von Riesenventilatoren im Hallenbad von Gstaad segeln.

Daneben unterstützt der GYC den Schweizer Segelsport, von Profis wie Nils Theuninck, Eliot Merceron und Mateo Sanz Lanz bis hin zu Junioren mit olympischen Ambitionen für Paris 2024. Und er veranstaltet jedes Jahr die Centenary Trophy, zu der einige der schönsten klassischen und schnellsten, mindestens hundert Jahre alten Jachten antreten.

Last but not least besitzt der GYC eine der drei im Jahr 1848 von Garrard hergestellten Kannen ohne Boden. Das berühmteste der drei Exemplare, früher bekannt als «R.Y.S. £100 Cup» oder «Hundred Guinea Cup», ist kein geringerer als der heutige America’s Cup. Da der GYC jedes Jahr eine Regatta auf dem Meer veranstaltet, wäre er berechtigt, am America’s Cup teilzunehmen. Ein kleines, aber in Zukunft möglicherweise wichtiges Detail.

Von den Meterklassen zu den Hightechboliden

Was in diesem keineswegs vollständigen Überblick nicht fehlen darf, sind die vielen Topleistungen in den Meterklassen 5.5mR, 6mR und 8mR (siehe Kapitel über die klassischen Jachten). Seit vielen Jahren ziehen die passionierten Besitzer und ihre meist ehrenamtlichen Besatzungsmitglieder mit ihrer wertvollen Fracht durch Europa, um dann in Cowes, Helsinki oder Porto Cervo ihr Können zur Schau zur stellen. Sie haben bereits unzählige Europa-und Weltmeistertitel gewonnen.

Das St. Moritz Match Race hat die Herzen vie- ler internationaler Top- segler erobert. Schliess- lich wird nicht jeden Tag auf einem glasklaren Bergsee in 2000 Metern Höhe gesegelt. Der hoch- karätige Event wurde bis 2013 von Christian Scher- rer organisiert, hat das schwindende Interesse für Match Racing aber nicht überlebt.

Eine Grössenund Preiskategorie weiter oben weht die Schweizer Flagge bei den Maxi-jachten und den Wallys. Klassenpräsident der Wallys ist im Übrigen der Genfer Benoît de Froidmont.

Ein Thema fehlt bei dieser Nabel- schau natürlich noch: die TF35. Der technisch fortschrittlichste Mehrrümpfer, der hoch oben auf seinen Foils mit halsbrecherischer Geschwindigkeit stabil übers Wasser rauscht, obwohl er gemäss dem «Owner-Driver-Konzept» von einem Amateur gesteuert wird, ist vor einem Jahr am Genfersee entstanden. Seine Eigentümer bilden eine Liga für sich. Sie sind fest entschlossen, das Geschoss bis an die Grenze der Perfektion weiterzuentwickeln. Tempo, Flugstabilität und Sicherheit, alles muss stimmen.

Die TF35 werden in der Regattaszene garantiert für viel Aufsehen sorgen und das Hightech-Image der Schweiz weiter festigen.