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Die Schweiz hat im Segelsport in den letzten 20 Jahren keine Olympiade verpasst, die langersehnte Medaille blieb ihr aber verwehrt. Immerhin hat sie einige Diplome gewonnen und eine Institution zur Förderung des olympischen Segelsports auf die Beine gestellt.

Text: VINCENT GILLIOZ

Seit den Spielen von Mexiko im Jahr 1968 haben die Schweizer Segler kein olympisches Edelmetall mehr nach Hause gebracht. Louis Noverraz, Bernard Dunand und Marcel Stern waren die Letzten, die auf das mit fünf Ringen verzierte Podest steigen durften. Trotz dieser Krönung steht ihr Erfolg in keinem Verhältnis zu dem, was die Schweizer Athleten in den letzten 20 Jahren geleistet haben.

Der olympische Segelsport hat sich in den letzten fünf Jahrzehnten grundlegend verändert. Amateure – im besten Sinne des Wortes – gibt es nicht mehr. Die Kampagnen werden von Ausgabe zu Ausgabe anspruchsvoller. Wer an die Spiele will und dort eine Topplatzierung anstrebt, muss sich voll und ganz dem Sport verschreiben, mindestens 250 Tage im Jahr trainieren und dabei um die Welt reisen, um neben dem spezifischen Konditionstraining das dichte Regattaprogramm zu absolvieren. Diese Anforderungen sind in den letzten zwanzig Jahren konstant gewachsen. Was für Sydney in puncto Einsatz noch ausreichte, wird für Tokio nie und nimmer genügen.

Kein zweites Mal: Felix Steiger/Tobias Etter verzichteten nach ihrem 23. Platz in Peking auf einen weiteren Versuch.

Der Schweizer Segelverband hat das begriffen und seine Strukturen den neuen Ansprüchen angepasst. Bisher haben sich die erhofften Resultate zwar nicht eingestellt – die Schweiz wartet noch immer auf eine Medaille –, die Steigerung ist aber spürbar und Optimismus durchaus angebracht. Blicken wir auf die Meilen- steine der letzten fünf Spiele zurück.

Fotos: Jürg Kaufmann

Sydney 2000

Sydney hatte zur Jahrtausendwende grandiose Spiele versprochen. Die Segelwettkämpfe wurden diesem Anspruch vollends gerecht. Vor allem der neu hinzugekommene 49er erwies sich im Land der 18-Footer als Glücksfall. Das IOK wollte die Zeichen der Zeit nicht länger ignorieren und brachte mit den übertuchten Zweihandjollen frischen Wind in die eher konservative Segelszene. Die Rushcutters Bay wurde zum Schauplatz attraktiver Wettkämpfe, wie sie die olympischen Spiele noch nie gesehen hatten.

Fasziniert von den flinken Schlitten bildeten auch die Schweizer ein Duo, um im Land des Segelspektakels mit einer dieser «Libellen» Anzugtreten. Claude Maurer/Thomas Rüegge wurden zwar nur 15., zeigten aber, wie schnell und gut Schweizer mit neuen Bootstypen zurechtkommen. In einem Interview mit der Westschweizer Zeitung Tribune de Genève sagte der damalige Delegationschef Olivier Lüthold: «Der 49er ist körperlich sehr herausfordernd und unterscheidet sich auch auf mentaler Ebene von den anderen olympischen Bootsklassen. Er vermittelt ein ganz anderes Segelgefühl. Auf dem 49er hat man schon bei vier Knoten den Eindruck, man würde schweben, während man sich auf anderen Booten bei sechs Knoten langweilt.»

Unzufrieden: Emmanuelle Rol und Anne-Sophie Thilo aus Pully am Genfersee hatten sich an ihrer ersten Olympiateilnahme mehr als den 17. Platz erhofft.

Ein weiteres prägendes Ereignis war die schon fast zufällige Qualifikation des 470ers. Lukas Erni/Simon Brügger hatten eigentlich gar keine Olympiateilnahme geplant. «Wir trainierten in Estavayer und starteten an der Weltmeisterschaft auf dem ungarischen Plattensee. Ich hatte wegen der WM Prüfungen verpasst», erzählt Simon Brügger. Die Erinnerung lässt ihn noch immer schmunzeln. «Wir konnten die Windstille zu unserem Vorteil nutzen, holten Silber und qualifizierten uns so für Olympia. Es war eine andere Zeit. Wir hatten nur ein Boot und mussten ein zwei- tes anschaffen, um es nach Sydney zu schicken und dort zu trainieren. Chris Rast coachte uns. Wir gingen motiviert, aber doch sehr amateurhaft an die Sache heran. Wir waren noch nie zuvor auf Wellen gesegelt und hatten entsprechend Mühe. Heute wäre so etwas undenkbar, wir hatten aber eine fantastische Zeit.»

Für das beste Schweizer Resultat sorgte die St. Galler Windsurferin Anja Käser mit einem 12. Platz bei den Mistral One Design. Flavio Marazzi, der mit seinem Bruder Renato bei den Starbooten segelte, wurde 15.

Athen 2004

Die Rückkehr in ihr Ursprungsland machte die Olympischen Spiele 2004 zu einem symbolstarken Anlass. Die Segelwettkämpfe fanden vor dem Zentrum Agios Kosmas rund zehn Kilometer von den anderen olympischen Einrichtungen entfernt statt. Elf Titel auf neun verschiedenen Bootstypen wurden vergeben.

Die Schweizer waren bei den Windsurferinnen und Windsurfern, den 470er Männern, den 49ern und dem Star vertreten. Flavio Marazzi trat erneut an, diesmal aber mit Enrico De Maria. Der 1,90 Meter grosse und 100 Kilo schwere Zürcher war mit Alinghi gerade aus Auckland zurückgekehrt und ersetzte Renato, der es vorzog, sein Studium fortzusetzen und nicht einem olympischen Traum nachzulaufen.

In den Medien wurde die spezielle Konstellation des Duos breitgetreten. Ein Skipper aus einer vermögenden Familie und ein Vorschoter aus bescheidenen Verhältnissen, das konnte doch unmöglich gutgehen. Auf Augenhöhe konnten sich die beiden kaum begegnen. Der Erste war der Chef des Zweiten. Die beiden verband denn auch keine Freundschaft. Die Westschweizer Tageszeitung Le Matin berichtete sogar, dass die beiden Athleten nicht in der Verbandsunterkunft logierten und kein Wort miteinander sprachen.

Windsurfen: Nach einer ersten Teilnahme bei den Mistral One Design in Athen sattelte Richard Stauffacher in Peking auf die RS:X um.

Niemand weiss, ob sich diese doch sehr spezielle Situation positiv oder negativ auswirkte und ob ihr vierter Platz ein gutes oder doch eher schlechtes Resultat war. Flavio Marazzi und Enrico De Maria lagen 16 Punkte hinter den drittplatzierten Franzosen Xavier Rohart/Pascal Rambeau. Damit verpassten sie zwar die angestrebte Medaille, gewannen aber immerhin ein Diplom.

Peking 2008

Schauplatz der olympischen Regatten 2008 war die 700 Kilometer südlich von Peking gelegene Bierstadt Qingdao. Erstmals stand die Kampagne der Schweizer unter der Schirmherrschaft des Swiss Sailing Teams (SST), das 2006 zur Förderung des Leistungssports gegründet worden war. Mit dieser Spinoff-Organisation des nationalen Segelverbands wurde die Betreuung der Kader ausgelagert, um die individuellen Projekte der Athleten und Teams zusammenzuführen.

Muskelpaket: Christoph Bottoni belegte in Qindao den enttäuschenden
37. Platz.

Die Starpaarung Marazzi/De Maria war erneut mit von der Partie, ebenso wie Richard Stauffacher, der nach seinem 24. Platz in Athen mit dem Mistral in der neuen olympischen Windsurfklasse RS:X antrat. Bei den 470ern war die Schweiz sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen vertreten, ebenso wie bei den Lasern. Nathalie Brugger segelte auf Laser Radial, Christophe Bottoni auf Laser Standard.

Für eine positive Überraschung sorgte Nathalie Brugger mit ihrem sechsten Platz. Die damals 22-jährige Freiburgerin schaffte mit diesem Ergebnis eine kleine Sensation. Schliesslich belegte sie vor ihrer Reise nach China lediglich den 14. Platz der Weltrangliste.

Nicht gleich gut lief es für das 470er-Damenteam mit Emmanuelle Rol (21) und Anne-Sophie Thilo (22) aus Pully. Nach fünf guten Laufresultaten mit drei Top-10-Platzierungen und einem ausgezeichneten dritten Rang gingen die beiden Waadtländerinnen mitsamt ihren Hoffnungen unter. Sie mussten sich schliesslich mit einem bescheidenen 17. Rang bei 19 Gestarteten begnügen. «Klar sind wir extrem enttäuscht», gestand Emmanuelle Rol in einem Interview mit der Tageszeitung 24 Heures. «Uns hat es an Erfahrung gefehlt. Schliesst man die ebenfalls sehr jungen Australierinnen aus, lag das Durchschnittsalter zwischen 27 und 28 Jahren.»

Gross war die Enttäuschung bei Marazzi/De Maria. Die erfahrene Starpaarung schnitt mit ihrem 5. Schlussrang schlechter ab als in Athen. Da half es auch nicht, dass sie gleich viele Punkte aufwies wie die Viertplatzierten.

London 2012

Nach einigen Veränderungen an der Spitze des Swiss Sailing Teams nahm das Elitekader unter der Führung von Tom Reulein Kurs auf die 30. Spiele der Neuzeit. Reulein, der Richard Stauffacher in Athen gecoacht hatte und als Headcoach des SST nach Peking gereist war, konnte sich bei seiner Aufgabe auf ein eingespieltes Team und eine bewährte Struktur stützen. Alexandre Schneiter und Verwaltungsratsmitglied Pierre-Yves Jorand gaben ein klares Ziel vor, das sie konsequent verfolgten.

Dreimal an Olympia: Nach ihrem Erfolg in Qindao absolvierte Nathalie Brugger eine bemerkenswerte Segelkarriere.

Die Regatten fanden im britischen Segelmekka Weymouth statt und wurden von mehreren Zehntausend Zuschauern mitverfolgt. Die Schweiz war in vier Klassen vertreten: bei den 470er Männern, den Starbooten, den RS:X und den Laser Radial.

Was die Ergebnisse anging, so endeten die Spiele für die Schweizer ernüchternd. Marazzi/De Maria gingen leer aus. Sie hatten in London ihren letzten Trumpf ausgespielt, denn anschliessend wurde das Starboot aus dem Olympiaprogramm genommen. Nach einer Kollision am ersten Tag segelte das Duo der Konkurrenz hinterher und musste sich schliesslich mit einem 13. Platz begnügen.

Nathalie Brugger konnte die Topleistung von Peking nicht wiederholen und wurde 14. Das beste Schweizer Ergebnis erzielte Richard Stauffacher mit einem 10. Platz.

Was von diesen Spielen bleibt, ist der vierte Olympiasieg von Ben Ainslie. «Das Publikum verfiel in Hysterie. Ich habe so etwas noch nie erlebt, vor allem nicht im Segelsport», meinte der sichtlich beeindruckte Romuald Hausser später.

Rio 2016

Die Olympischen Spiele in Rio waren ebenso grandios wie die Stadt selbst. Die Schweizer Delegation trat in fünf Klassen an und war mit echten Medaillenchancen nach Brasilien gereist. Leider sollte es dann doch nicht sein. Am Ende blieben Aussagen wie «wir waren nahe dran …», «es hat nicht viel gefehlt …» und jede Menge Frust. Windsurfer Mateo Sanz Lanz hatte eine Magen Darm-Grippe eingefangen und kam verständlicherweise nie richtig auf Touren. Das Duo Brugger/ Bühler war ein Tick zu verhalten. Es haperte etwas am harmonischen Zusammenspiel, obwohl das Mixed-Team nach zwei Laufsiegen vor dem Medal Race auf dem sechsten Rang lag. Das 470erMännerteam reiste ebenfalls unverrichteter Dinge wieder ab. Für das erklärte Ziel, ein Diplom, fehlten drei Plätze (9.). Mit ihrem Sieg im Medal Race konnten Brauchli/Hausser aber dann doch noch einen Achtungserfolg feiern.


«Wir haben uns gegenüber London gesteigert», lautete Tom Reuleins Fazit nach den Segelwettkämpfen. «Wir hatten ein Boot mehr im Rennen, kehren mit einem Diplom nach Hause zurück und hatten zwei Teams im Medal Race. Das sind kleine Fortschritte, die zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind.»

Schluss trotz Aufwärtstrend: Richard Stauffacher verbesserte sich von einem 14. Platz in Peking auf den 10. Platz in London, setzte seine Olympiakarriere aber dennoch nicht fort.

Auf nach Tokio

Der Weg zu einer Medaille ist lang und beschwerlich. Zu den Hauptproblemen gehört das liebe Geld. Die Dinge entwickeln sich unbestritten in die richtige Richtung, dennoch fehlt es noch immer an finanziellen Mitteln. «Unser Budget hat sich in kürzester Zeit von 1,2 auf 1,8 Millionen Franken erhöht», betont Tom Reulein. «So können wir den Kadermitgliedern einen kleinen Lohn auszahlen. Der Betrag ist symbolisch, aber wichtig. Die Perspektiven haben sich stark verändert, wir sind viel besser strukturiert. Wir konnten die Zahl der Trainingstage für den Nachwuchs verdreifachen und für die Elite verdoppeln. Unser Funding ist stabil und effizient.»

Fotos: Sailing Energy / World Sailing

Nathalie Brugger, die auf drei Olympiakampagnen zurückblicken kann, zeigt sich etwas weniger enthusiastisch. «Klar gab es Änderungen, aber zwischen Peking und Rio hat keine Revolution stattgefunden. Die finanzielle Unterstützung ist sehr begrenzt und einen wirklichen Athletenstatus haben die Segler noch immer nicht. Das Problem ist die Mentalität. Unser Sport geniesst einfach zu wenig Anerkennung. Verbesserungsbedarf besteht zudem bei der Betreuung. Das Know-how erfahrener Segler wird ungenügend genutzt und zu viele Talente gehen verloren. Nicht zuletzt müsste der nacholympischen Zeit mehr Beachtung geschenkt werden.»

Simon Brügger, der ein Trainings-zentrum am Thunersee leitet, ist etwas weniger streng, aber dennoch kritisch. «Die Athleten werden nachhaltig betreut, die Coaches kommen und gehen nicht mit den Seglern, sondern sind feste Stützen. Ich glaube aber, dass man den Regatteuren vermehrt bewusst machen sollte, dass sie sich nicht auf einen Bootstyp beschränken, sondern zwischen den Wettkämpfen in anderen Klassen, auf Mehrrümpfern und grossen Booten, segeln sollten. Sie können dort viel lernen. Darüber hinaus bin ich der Ansicht, dass dem olympischen Segeln eine langfristige Perspektive fehlt. Wenn die Bootstypen zu oft wechseln, könnte das den Nachwuchs davon abhalten, sich in einer olympischen Klasse zu engagieren.»

Als nächstes wird das SST ein Leistungszentrum einrichten. Es soll in Lausanne am Genfersee entstehen, alle Bedürfnisse bezüglich Training, Ausbildung und sportwissenschaftlicher Betreuung erfüllen und durch die Nähe zur UNIL und zur EPFL optimale Voraussetzungen für die Materialentwicklung und die Vereinbarkeit von Studium und Leistungssport bieten. Tom Reulein sieht diesen nationalen Stützpunkt als wichtigen Schritt für die Weiterentwicklung des olympischen Segelsports und den Gewinn der langersehnten Medaille.

Die Delegation, die aufgrund der Coronakrise ein Jahr später als geplant nach Tokio reist, profitiert zwar noch nicht von diesem Leistungszentrum, dennoch verfügen Sébastien Schneiter/Lucien Cujean (49er), Maud Jayet (Laser Radial), Mateo Sanz Lanz (RS:X) und Linda Fahrni/ Maya Siegenthaler (470er) über erstklassige Rah- menbedingungen und ein erfahrenes Team, um in Japan Erfolg zu haben.


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