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Schweizer Binnenracer haben in der zweiten Hälfte des letzten Jahrzehnts unsere Seen erobert und ihre Stellung dank klugen Konzepten bis heute behauptet.

Text: WALTER RUDIN

In einem Land, in dem Langstreckentörns nicht möglich sind, geniessen Daysailer einen besonders hohen Stellenwert. Schnelle Jachten ohne grosse Kabine waren in der Schweiz deshalb schon immer ein Thema. Weil kein Modell auf die Verhältnisse unserer Seen zugeschnitten war, brachten innovative Deutschschweizer zwischen 2005 und 2008 gleich mehrere One-Design-Boote mit sehr ähnlichen Grundmassen auf den Markt: die Esse 850, die Onyx, die blu26 und die mOcean. Alle sind zwischen 8 und 8,5 Meter lang, etwa 2,2 Meter breit und werden vorzugsweise zu dritt oder zu viert gesegelt. Die vier Schweizer Binnenracer sind aber nur auf den ersten Blick sehr ähnlich. Mit ihrem Konzept, ihrer Verwendung, der Reviereignung und dem Preissegment profilieren sie sich mit ganz unterschiedlichen Eigenschaften. So hat im harten Verdrängungskampf der Schweizer Segelszene jede Klasse ihren Platz gefunden.

zVg

Esse 850: Josef Schuchters grosser Wurf

Der Zürcher Josef Schuchter kam zum Bootsbau wie die Jungfrau zum Kind. Er führte eine Autogarage, als ihm ein Kunde ein Segelboot an die Zahlung eines Neuwagens gab. Da muss er sich mit dem Virus infiziert haben, denn schon bald wurde aus dem Garagisten ein Werftbesitzer. Statt Autos pflegte und vertrieb Schuchter nun Boote und begann sich für den Segelsport zu interessieren. Ganz zufrieden stellten ihn die von ihm verkauften Bootstypen aber nicht. Er war überzeugt, dass der Markt nach einem einfach zu segelnden Boot mit überdurchschnittlichen Segeleigenschaften verlangte.

Nach langem, vergeblichem Suchen entschloss er sich daher, den Bau einer solchen Jacht selbst in Angriff zu nehmen. Die Umsetzung seines Plans vertraute er dem Designer Umberto Felci an. Er sollte ein Konzept für ein Boot mit exzellenten Segeleigenschaften und einem attraktiven, racerähnlichen Design erarbeiten. Entstanden ist die Esse 850, eine Jacht, die ziemlich viel Tuch tragen kann und in einem breiten Spektrum von äusseren Bedingungen sehr gut funktioniert. Um dem Anspruch auf einfaches Handling gerecht zu werden, wurde auf ein Backstag verzichtet und der Spi durch einen Gennaker ersetzt.

Anja Stöckli

Nur sechs Monate nach dem Erstellen der Pläne wurde im März 2004 die erste Esse 850 eingewassert. Weitere drei Monate später landeten die neuen Jachten an der Sportboot Europameisterschaft auf dem Urnersee einen Doppelsieg. Da ging ein Raunen durch die Schweizer Sportbootwelt. Auch international sorgte die Esse 850 für Furore; sie wurde zum «European Boat of the Year» gekürt und anlässlich der Annapolis Boat Show, der grössten Segelbootmesse der USA, zum «Best US Boat 2007 over all» gewählt. Danach stieg die Nachfrage sprunghaft an. Schuchter war nicht nur Unternehmer und Produktionsleiter, sondern auch für das Marketing und die Werbung verantwortlich. Mit seinem kleinen Betrieb stiess er aber an die Grenzen des Realisierbaren. Bis Ende 2007 sollte die 100. Jacht ausgeliefert werden.

Bald wurde klar: Die Einheitsboote brauchten eine Struktur. Als Reaktion wurde eine Klassenvereinigung gegründet und mit dem Esse 850 IC Cup eine Jahresmeisterschaft auf die Beine gestellt. 2010 wurde die Klasse von Swiss Sailing anerkannt und darf seither eine offizielle Schweizermeisterschaft ausrichten. Auch auf dem internationalen Parkett fuhr die Esse 850 Siege ein, wie als «Winner over all» am Great Lake USA oder an der Heineken-Regatta St. Marten.

260 Esseboats sind bis jetzt vom Stapel gegangen. Der grosse Run ist zwar vorüber, etwa zehn Einheiten werden pro Jahr aber immer noch ausgeliefert. Die gute Reputation und die hohe Qualität der verarbeiteten Materialien sind nach wie vor effiziente Verkaufsargumente.

Anja Stöckli

Onyx: Pionier der Clubmeisterschaften

Der Erfolg der Onyx ist aus zwei Bestrebungen entstanden. Der Stäfner Thomas Cantz wollte mit seinem innovativen, eleganten und einfach zu segelnden Sportboot die Binnenseen erobern und Patrick Stöckli die Leistungslücke zwischen dem Profizirkus und der Langstreckenszene füllen. Die zwei Nachbarn fanden schnell zusammen und vereinten ihre Ideen. Lange vor der Swiss Sailing League entstand der erste Clubwettbewerb auf einer Einheitsjacht. Das Konzept ist ebenso einfach wie überzeugend: Segelclubs führen auf identischen, von der ONYX Sailing Event AG finanzierten Booten eine Art Interclub-Meisterschaft durch. Ermöglicht wird dies durch grosszügige und weitsichtige Sponsoren, die im Gegenzug die attraktiven Werbeflächen der Jacht und Crew nutzen dürfen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Clubs können jungen, engagierten Regatteuren ein schnelles Boot bieten, das ohne grossen finanziellen Aufwand gesegelt werden kann. Die Clubs erhalten Zulauf von neuen Seglern und die Sponsoren werben nicht nur mit einem Boot und einer Crew, hinter ihnen steht ein ganzer Club mit entsprechender Infrastruktur, die auch für Firmenanlässe und Events genutzt werden kann.

Die Onyx fand schnell weitere Eigner ausserhalb des Clubwettbewerbs. Das äusserst gutmütige, leicht zu segelnde Boot ist dank Selbstwendefock einhandtauglich. Weitere Pluspunkte sind das sehr feinfühlige Ansprechen bei wenig Wind, das sichere Verhalten bei Starkwind, das einfache Trailern, die hervorragende Ergonomie und das enorme Geschwindigkeitspotenzial. Nicht umsonst findet man in der Onyx-Klasse unzählige klingende Namen aus diversen Bootklassen. Die Onyx hat mit ihrer damals innovativen, charakteristischen Stevenform international einen Trend gesetzt.

2006 startete unter dem Patronat des Hauptsponsors Ruf die erste Clubmeisterschaft, der Ruf Cup, mit vier Booten. Jährlich kamen neue Clubs dazu, auch aus der Region Zentralschweiz. Einzelne Acts wurden an windsichere Destinationen ausserhalb des Zürichsees verlegt. Zeitweise gab es mit dem Expersoftcup auch eine Meisterschaft am Vierwaldstättersee. 2016 wechselte der Cupsponsor und gleich drei neue Jachtsponsoren wurden gefunden. Seitdem kämpfen jeweils rund zwölf aktive Clubmannschaften am Compasscup um Preisgelder für die Juniorenförderung des eigenen Clubs. 33 gebaute Einheiten sind mittlerweile im Bootsregister aufgeführt. Das mag bescheiden klingen, aber die Onyx ist weiterhin sehr präsent, da die meisten Boote von Clubs gesegelt werden. Da ist Nachhaltigkeit garantiert.

Ben Schagen

mOcean: Sailbox lanciert Mobility für Segelboote

Olivier Lüthold, der ehemalige Chef Leistungssport von Swiss Sailing, und Simon Brügger, Olympiateilnehmer im 470er, suchten für ihr gemeinsames Projekt im Jahr 2007 einen einfachen, spassigen und günstigen Daysailer. Dieser sollte sich für die gemeinsame Nutzung durch verschiedene Personen sowie für Events und Schulungszwecke eignen. Weil sie auf dem Markt kein passendes Boot fanden, beauftragten sie die bekannten Genfer Jachtarchitekten Seb Schmidt und Damien Cadenoso. Diese haben ihre Vision perfekt umgesetzt: Die mOcean ist ein konsequenter Daysailer für Seen. Sie ist aufs Wesentliche reduziert, sportlich, schnell und agil und gleichzeitig ideal für vergnügliches Segeln, Events und Ausbildung. Das Boot ist innert Minuten segelfertig und wieder vertäut und kann alleine oder mit sechs Kollegen, mit oder ohne Trapez, gesegelt werden.

Der Prototyp begeisterte, Lüthold und Brugger beschlossen, die Jacht in Serie zu produzieren. Im Februar 2008 präsentierten sie ihr Projekt, das Boat-Sharing-System Sailbox. Ähnlich wie Mobility für Autos bietet es die Möglichkeit, gegen einen Jahresbeitrag auf identischen Booten zu segeln, wann und wo man gerade Lust hat. Sailbox-Mitglieder segeln in Selbstbedienung, im Stundenpreis ist alles inbegriffen. Voraussetzung für eine Mitgliedschaft sind der D-Schein und ein dreistündiger mOcean-Skipperkurs. Auf die Gründung einer Klassenvereinigung wurde ganz bewusst verzichtet, weil man nicht in Konkurrenz zu den SWS-Klassen treten wollte.

Die Initianten machten den Segel- sport einer breiten Bevölkerungsschicht zugänglich. Mit Boatsharing ist Segeln nicht teurer als Skifahren, der Aufwand eines eigenen Boots entfällt und Wartezeit auf Liegeplätze oder Bojen gibt es keine. Mittlerweile sind die mOcean mit Solarpanels ausgerüstet und verfügen über einen Elektromotor. Zur Anreise wird der ÖV propagiert. Schonung der Umwelt war schon vor dem grossen Hype ein Anliegen der Initianten.

Das Projekt stiess auf grosses Interesse. Die Eidgenössische Hochschule für Sport Magglingen (EHSM) bestellte als Erste zwei Einheiten für die Wassersportanlagen in Ipsach. Swiss Sailing, Segelschulen und Clubs boten ihre Zusammenarbeit an. Gut zehn Jahre später zählt Sailbox 1800 Mitglieder und rund 50 Einheiten. Die mOcean stehen an 32 Standorten auf praktisch allen bekannten Schweizer Seen, seit Kurzem auch in Genf und im Engadin, zur Verfügung. Zahlen, die für den Erfolg des Projekts sprechen.

Das St. Moritz Match Race der damaligen World Match Race Tour wurde einige Jahre auf blu26-Jachten gesegelt.

blu26: vom Match Race zur «Big Family»

Die blu26 ist ein Kind von Profisegler Christian Scherrer und Designer Christian Bollinger. Sie wurde als Match-Raceund Regattaboot konzipiert, das sich ebenfalls gut für Segelschulzwecke und Events eignet. Hier steht der Teamgedanke im Vordergrund. Jede der meist vier Personen an Bord soll eine wichtige Aufgabe wahrnehmen. Die blu26 zeichnet sich durch gute Segeleigenschaften bei verschiedensten Verhältnissen, einfaches Handling und eine qualitativ hochwertige Verarbeitung aus. Der Segelplan setzt bewusst auf einen symmetrischen Spi, die blu26 kann aber auch mit Gennaker gesegelt werden. Weitere überzeugende Argumente sind der realistische Preis und die guten Trailer-Eigenschaften.

Seine Feuertaufe erlebte das Boot am St. Moritz Match Race 2008, einem Event der damaligen World Match Race Tour, an dem die gesamte Weltelite die blu26 testete und sich begeistert zeigte. Bereits im November fand auf dem Thunersee die erste Klassenregatta mit neun Einheiten statt. Neben den zahlreichen Aktivitäten der blu26-MatchRace-Flotte hatte sich schnell eine aktive Gemeinschaft von blu26-Seglern und Eignern etabliert, die sich in einer Klassenvereinigung organisierten. Die blu26-Klasse ist seit 2015 offizielle Swiss Sailing Class und führt Schweizermeisterschaften und den klasseneigenen Bluboats Cup durch.

Gut die Hälfte der 50 Boote wurde ins Ausland verkauft. Verständlich, wenn man an die gute internationale Vernetzung von Christian Scherrer denkt. blu26-Flotten sind in Montenegro und am bayerischen Tegernsee zuhause und seit 2017 gibt es auch einen Stützpunkt in Dänemark. Dorthin wurde die blu26-Match-Race-Flotte verkauft.

Was die blu26-Klasse auszeichnet, ist eine überschaubare Anzahl an Bootseignern, die sich seit Jahren kennen, neue Segler und Eigner aber trotzdem gerne aufnehmen und sie an den Klassenevents schnell integrieren. Das gibt der Klasse eine Art «Big Family»-Charakter – eine Gemeinschaft, die Spass am blu-segeln hat und in der man willkommen ist. Das zeigt sich jeweils bereits im Frühling, wenn sich die Mitglieder mit Christian Scherrer am Gardasee beim traditionellen Sai- sonauftakt zum gemeinsamen Training treffen. Mit einem guten Mix aus Regatten und Trainings im Inund Ausland, mit oder ohne zur Verfügung gestellten Booten, bleibt die blu26 Class Community ein guter Botschafter für die Zukunft.

zVg

Akzente gesetzt

Diese vier Daysailer sind nicht die einzigen Boote, die auf Initiative von Deutschschweizern in den letzten zwei Jahrzehnten entstanden sind. Bluboats bietet mit der blu30 eine weitere etwas grössere Segeljacht an und Essebo- ats hat in den letzten Jahren drei weitere Modelle lanciert. Der Küssnachter Michael Tobler brachte 2013 mit der Saphire27 ein vielbeachtetes Boot mit Kabine auf den Markt und der Zürcher Michael Aeppli sorgte mit seinen foilenden Quant Boats für Schlagzeilen.

Esse 850, Onyx, blu26 und mOcean haben als One-Design-Jachten in der Schweizer Segelbootszene wichtige Akzente gesetzt. Alle vier Klassen sind vor der Wirtschaftskrise 2008 auf den Markt gekommen, haben die schwierigen Zeiten gemeistert und dank spezieller Konzepte das dominante Auftreten der J70 mit der Segelliga überlebt. Sie werden wohl auch kaum von den aufstrebenden Foilerjachten verdrängt werden.