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Egal, ob auf 1700 oder 400 Metern Höhe, den Schweizer Segelsport und die Alpen verbindet eine gemeinsame Geschichte, die vom reichlich vorhandenen Wind in die ganze Welt hinausgetragen wird.

Text: QUENTIN MAYERAT

Die Schweizer Berge haben uns nicht nur den Ruf als Wintersportnation eingebracht, die fantastische Thermik, die manche Täler in regelrechte Windkanäle verwandelt, hat auch das internationale Interesse an Regatten in der Schweiz beflügelt. Anfang der 2000er Jahre waren Seen wie der St. Moritzersee und der Silvaplanersee noch ein Geheimtipp – heute gehören sie zu den angesagtesten Austragungsorten, denn ihr Potenzial blieb Segelclubs und anderen Regattaveranstaltern nicht verborgen. Seit Kurzem macht sich zudem ein weiterer See über die Landesgrenzen hinaus einen Namen, der Deutschschweizern längst ein Begriff ist: der Urnersee.

Loris Von Siebenthal

Eine Thermik, so regelmässig wie ein Uhrwerk, dazu eine Landschaft wie aus dem Bilderbuch: Das St. Moritz Match Race ist über die Grenzen der Schweiz hinaus beliebt.

Die Wende vom relativen Schattendasein zu den Top-Segelnationen vollzog sich im Schweizer Segelsport im Jahr 2003. Der Alinghi Effekt sorgte neben vielen anderen «Nachwirkungen» für eine geradezu greifbare Begeisterung für Match Races. So kam es, dass Kielboote über den imposanten Julierpass den Weg zum kleinen, auf 1768 Metern Höhe gelegenen St. Moritzersee fanden. «Der See war bereits als Austragungsort für Jollen-Regatten bekannt», erzählt Christian Scherrer, der einst zum Team Alinghi gehörte und in der Region sehr aktiv ist. «Aber für grössere Boote fehlte dem 1946 gegründeten Club noch die nötige Infrastruktur. Dass die Disziplin schliesslich im Engadin Fuss fassen konnte, ist vor allem lokalen Persönlichkeiten wie Ronald Pieper zu verdanken. Ich erinnere mich auch noch daran, wie Russell Coutts den See entdeckte und sofort ahnte, was für ein Potenzial er dank der dortigen Thermik – dem Malojawind – birgt.» So wurde 2004 die Alinghi Swiss Tour aus der Taufe gehoben, die natürlich unter anderem in St. Moritz Station machte. Kaum war das erste Match Race im Engadin fertig ausgetragen, setzte die renommierte World Match Racing Tour, die seit 2006 auf Initiative der ISAF sogar als Weltmeisterschaft ausgerichtet wird, den Wettbewerb in St. Moritz auf ihre Agenda. Parallel zu den Alinghi-Kampagnen erlebte das Schweizer Match Racing seine etwa zehn Jahre währenden Sternstunden – hoch oben in den Bündner Alpen.

Loris Von Siebenthal

Jahrelanger Fun

Das Engadin ist ein Paradies für Wintersportler – und ein Mekka für Wintersportler. An Schönwettertagen kommt man bei thermischem Südwind zuverlässig auf 12 bis 20 Knoten. Dieser aussergewöhnlichen Regelmässigkeit ist es zu verdanken, dass sich der Silvaplanersee zur Hochburg der Wind und Kitesurfer entwickelt hat. Hier rief Christian Müller 1999 das «Engadinwind» ins Leben. Den Ausschlag gab die ehemalige WM Etappe der Professional Windsurfers Association (PWA), die viele Jahre einen festen Bestandteil des lokalen Veranstaltungskalenders bildete. Parallel dazu fand auf dem benachbarten Silsersee bereits seit 1978 ohne Unterbrechung der EngadinMarathon im Windsurfen statt. An seiner ersten Ausgabe errang ein junger Teilnehmer aus Hawaii, ein gewisser Robby Naish, den Sieg. 1999 wurden beide Veranstaltungen zusammengelegt. Seither findet der Marathon – übrigens der älteste immer noch stattfindende Windsurfwettbewerb der Welt – auf dem Silvaplanersee statt. Die Kombination aus beliebtem Event und internationalem Wettkampf vor traumhafter Kulisse machte das Engadin in kürzester Zeit nahezu weltweit bekannt: «Wenn Sie auf der Insel Maui in Hawaii die Rider fragen, wo Silvaplana liegt, dann wissen sie die Antwort», ist sich der Organisator Christian Müller sicher. In den Jahren 2000 bis 2020 etablierte sich der Silvaplanersee zudem als Austragungsort für die WM und die EM im Wind bzw. Kitesurfen. Und das Engadinwind vermarktet sich gut: Auch ausserhalb der Fachpresse wird regelmässig über die Veranstaltung berichtet, was ihr zu zunehmender Beliebtheit verhilft. In der Gleitsportszene hat sie ohnehin einen festen Platz im Kalender.

Loris von Siebenthal

Der Marathon entwickelte sich zu einem regelrechten Experimentierfeld für allerlei skurrile Erfindungen, die mit den Windsurfern um die Vormachtstellung buhlten: 30 m2-Segel, kuriose Foiler, Moth-Segler und zuletzt Foilkiter, die in der Flotte seit 2012 den Hauptanteil stellen. 2011 traten beim Engadinwind erstmalig verschiedene Board- sportarten im neuen Wettkampfformat «Best of 3» gegeneinander an. Zu einer Zeit, in der die Regattaszene gerade vom Foiling-Fieber erfasst wurde, wollte man eine Plattform schaffen, an der sich die besten Windsurfer, Kitesurfer und Segler miteinander messen können. An der Schnittstelle der drei Sportarten treten die Athleten in den Disziplinen Racing (klassischer Parcours mit Boje in Windachse), Slalom (Start im Halbwindkurs und Parcours im Raumwindkurs) und Speed gegeneinander an. Insbesondere durch dieses Format gewann das Foilen enorm an Popularität, denn hier trafen foilende Moth-Segler und schwimmende Gefährte ohne Tragflügel aufeinander. Ein paar Jahre später, 2017, als sich die Foils auch beim Wind und Kitesurfen durchgesetzt hatten, startete das Engadinwind auf den innovativen Flügeln voll durch, denn die gemässigte Höhenthermik von Silvaplana ist geradezu prädestiniert für diese neuen Praktiken. Die Veranstaltung wurde schon bald Schauplatz der ersten Windfoil-WM der IFCA im Jahr 2019. 2020, als die erste iQFoil-Europameisterschaft auf dem Silvaplanersee organisiert wurde, konkretisierte sich das Engagement in diesem Bereich. Das Engadinwind wächst seit 20 Jahren unaufhörlich und ist inzwischen ein echter Werbeträger für die Region.

Loris Von Siebenthal

Eric Monnin und sein Team haben im Engadin mehrfach ihr Können unter Beweis gestellt.

Windmaschine

Mit dem Urnersee besitzt die Schweiz noch einen weiteren Alpensee mit aussergewöhnlichem Potenzial. Der südliche Arm des Vierwaldstättersees wäre ein guter Anwärter auf den Titel «Windmühle der Schweiz». Er liegt in der Innerschweiz, in den Kantonen Uri und Schwyz, auf 434 Metern Höhe. Umgeben von hohen Bergen bietet er ausgesprochen idyllische Bedingungen für den Segelsport. Das windsichere Revier mutet an wie eine kleine Ausgabe des Gardasees und trotzt mit seiner sehr konstanten Thermik von Mai bis Ende September und seinen heftigen Föhnböen jeder Statistik. Trotz dieser zweifellos hervorragenden Voraussetzungen hat sich Segeln als Wettkampfsport in der Region in eher gemächlichem Tempo durchgesetzt. Tatsächlich hat die von Bergriesen eingekesselte Gegend keine übermässig grossen Anstrengungen unternommen, die Hafeninfrastruktur besser auszubauen. Auch spielte der Segelsport, anders als im Engadin, in der Tourismusentwicklung eher eine untergeordnete Rolle. Angesichts dieses eindeutigen Rückstands im Bereich Regattasegeln wurde Ende 2008 schliesslich eine Gruppe Freiwilliger aktiv, um Strukturen für die Förderung des Deutschschweizer Segel nachwuchses zu schaffen. Den Anfang machte die Gründung der Deutschschweizer InterRegionalen Trainingsgruppe (DIRT) durch Hene Keller und Alberto Casco. Alberto Casco erzählt: «Unsere gesamten Trainingsstrukturen wurden von Freiwilligen getragen. Wir hatten nicht dieselben Mittel wie die Westschweizer Regionen, die professionelle Trainer für ihre Wettkampfsparte engagieren konnten, und mussten uns daher gut organisieren, um diesen Rückstand aufzuholen.» DIRT konzentrierte sich zunächst auf die Optimistenklasse und erreichte, dass sich innerhalb von gut zehn Jahren mehrere Dutzend Deutschschweizer Junioren für eine EM oder WM qualifizierten. Nach und nach schliesst sich der Graben zwischen West und Deutschschweiz, die grossen Sprachregionen des Landes sind in den nationalen Delegationen gleichmässiger vertreten. Als logische Folge der Optimisten-Initiative wurde DIRT 2018 zum DRSC, dem «Dirt Regattaclub Sisikon». Seither ist der Verein offen für andere Klassen und hat sich der weiteren Förderung des Nachwuchses verschrieben. Nach nur elfjährigem Bestehen hatten die Verantwortlichen Grund zum Jubeln: Die ausschliesslich bei DIRT ausgebildete Juniorin Anja von Allmen holte 2019 den WM-Titel im Laser 4.7 und 2020 gleich auch noch den EM-Titel.

Emanuela Cauli

Das Engadinwind gehört zu den Events, die man als Surfer nicht verpassen darf. Björn Dunkerbeck, erfolgreichste Windsurflegende aller Zeiten, ist Stammgast.

Die Dynamik dieses kleinen Stücks Schweiz ist gleich auf mehreren Ebenen zu beobachten. Seit 2014 organisiert der Regattaverein Brunnen jährlich die Windweek. Die Veranstaltung zählt zu den grössten Wassersportevents des Landes. Hier verbinden sich Segelsport, Spiel und Unterhaltung auf dem Wasser zu einem bunten Volksfest. An der Windweek werden regelmässig Schweizermeisterschaften in allen möglichen Klassen, aber auch internationale Wettbewerbe ausgetragen. Der noch junge Grossanlass war bereits Schauplatz der H-Boot-WM. Auch der Europacup der Tempest-Klasse hat hier schon Halt gemacht. Das Konzept hat sich offenbar bewährt, denn die Windweek ist ein Publikumsmagnet: Sie wird jeweils von mehr als 15 000 Zuschauern besucht!

Ob auf 1700 oder auf 400 Metern: Der Schweizer Segelsport und die Alpen haben eine gemeinsame Geschichte, deren Erfolg sie den windsicheren Revieren verdankt. Davon haben die Schweizer Täler mehr als genug!

Loris Von Siebenthal

2010 wurde die EM der Foiler-Moth, bei der rund hundert Boote am Start waren, auf dem Silvaplanersee ausgetragen.
zVg

Der Urnersee ist dank seiner Ausnahmethermik ein Segelparadies. Jetzt geht es darum, die Infrastruktur so auszubauen, dass grössere Veranstaltungen möglich sind.